Trainingsleitfaden


Trainingsleitfaden für den Wassertransferdruck


Vor der Beschichtung mit dem Wassertransferdruck muss das Werkstück vorbehandelt werden. Je nach Materialart ist eine unterschiedliche Vorbehandlung erforderlich. Bereits lackierte Teile benötigen keine Grundierungen, sofern die Lackoberfläche hochwertig ist. Unlackierte Teile benötigen grundsätzlich immer eine Vorbehandlung. Bei Kunststoffen jeglicher Form empfehlen wir den Starpaint Plastic Promoter. Dieser ist volltransparent und wird in einer hauchdünnen Schicht mit einer Lackierpistole mit Düse 1,2 aufgetragen und nass in nass mit dem Wassertransferdruck Vorlack überlackiert. Bei Aluminiumteilen benutzen Sie den Starpaint Epoxyprimer, der mit Lackierpistole 1,2 bis 1,6 gespritzt wird und nass in nass überlackiert oder nach 24 Stunden Trocknungszeit geschliffen. Wenn Sie Glas beschichten müssen, verwenden Sie den Starpaint Glasprimer und für hochglanzpoliertes und hochglanzverdichtetes Aluminium sowie galvanischen Chrom den Starpaint Metalpromoter. Beide sind ebenfalls volltransparent und werden auch mit Pistole 1,2 gespritzt und nass in nass überlackiert. Vor der Grundierung muss immer ein Anschliff erfolgen mit Ausnahme des Metalpromoters, der ohne Anschliff beste Haftung sicher stellt. Vor der Grundierung muss in jedem Falle immer gründlich entfettet werden.


Falls Sie strukturierte Teile beschichten möchten, ist es erforderlich, diese vorher mit dem Starpaint Starfill 4:1 Füller gefüllert werden, um Fehler in der Beschichtung zu verhindern. Sind die Teile deformierbar, empfehlen wir die Zugabe von Starpaint Elastifizierer mit Zugabe 10 bis 20% in den Füller.

Arbeiten Sie sehr sauber: Direkt vor der Lackierung müssen Sie die zu lackierende Fläche, auch in Ecken und Kanten, mit einem sauberen Mikrofasertuch, getränkt mit Silikonentferner entfetten und sofort mit einem zweiten, trockenen Tuch nachreiben. Wenn Sie nun mit dem Lackieren beginnen, blasen Sie mit Ihrer Lackierpistole oder Ausblasepistole das Objekt ab und entfernen gleichzeitig mit einem Staubbindetuch die letzten Staubreste.


Ihr Lack wird idealerweise mit einer nebelreduzierten Fließbecherpistole (Düsengröße 1,2 bis 1,4 mm) verarbeitet. Spritzdruck 2 bar. Wir empfehlen Produkte der Marke Devilbiss, Ivata oder Sata. Falls Sie einen Effektlack auf 3-Schichtbasis erworben haben, müssen Sie zunächst den dazu passenden Vorlack (auch Undercoat oder UC genannt) lackieren. Je nach Farbton wird der Vorlack in 2 bis 3 Gängen aufgetragen. Zwischen den Spritzgängen ist eine Zwischenablüftzeit von ca. 10 Minuten erforderlich (bei 20 °C in einer Lackierkabine).


Nun den Basislack bei 2 bar Druck in 2 bis 3 Schichten mit Zwischenablüftzeit mind. 10 min naß spritzen (Abstand ca.20 cm), Zwischenablüftzeiten immer einhalten (bis der Basislack matt ist) und bei sehr großen Teilen den letzten Spritzgang beim gut abgelüfteten Basislack mit reduziertem Pistoleneingangsdruck 1,0 bar und ca. 50 Abstand nebeln, nicht mehr naß spritzen (Effektgang oder auch Tropfengang genannt). Dadurch entgehen Sie dem Risiko, Wolken zu spritzen, die Pigmente legen sich dadurch gleichmäßig. Der letzte Spritzgang ergibt letztlich auch den korrekten Farbton. Durch nasses Lackieren des letzten Ganges würden Sie den Farbton verdunkeln.


Nach dem der Basislack gut abgelüftet ist, kommt der Vorgang der Beschichtung. Die Trockenzeit des Vorlacks ist ca. 15 Minuten, jedoch längstens 24 Stunden.


Die Folien müssen an den Ecken mit 19mm Klebeband abgeklebt werden. Dadurch wird verhindert, dass sie sich im Wasser zusammen rollen bzw. an den Ecken untergehen kann. Die Folien haben unterschiedliche Wasser- und Luftseiten. Prüfen Sie mit feuchtem Daumen und Zeigefinger, welche die Wasserseite ist. Die klebende Seite ist die Wasserseite. Legen Sie die Folie so auf, dass keine Luftblasen darunter entstehen können. Halten Sie die Einwirkzeiten ein. Die Folien haben verschiedene Einwirkzeiten, die durch die unterschiedlichen Filmstärken variieren. Beachten Sie die konstante Temperatur an der Wasseroberfläche Ihres Wassertransferdruck Beckens. Sprühen Sie mit einer Lackierpistole mit Düse 1,0 bis 1,2 mm und Pistoleneingangsdruck 1 bis 1,5 bar eine gleichmäßige Schicht auf die Folie. Die Trägersubstanz löst sich nun auf und gibt das vorher aufgedruckte Dekor in flüssiger Form an die Wasseroberfläche ab. Zu viel Aktivator löst die Folie auf und es entsteht keine Haftung auf dem Objekt. Zu wenig Aktivator erkennt man daran, wenn die Folie auf dem Objekt Falten wirft. Bereiten Sie Ihr Bauteil immer so vor, dass Sie es vernünftig beim Eintauchen in die Folie festhalten können. Tauchen Sie immer in einem schrägen Winkel, um mögliche Luftblasen vermeiden zu können, denn da, wo die Luft nicht entweichen kann, kann die Folie nicht anhaften. Die Tauchsinkgeschwindigkeit sollte nicht mehr als 5 cm pro Sekunde betragen. Tauchen Sie sehr gleichmäßig und stoppen Sie niemals in der Tauchphase, ansonsten sieht man später einen Fehler in Form einer Kante im beschichteten Objekt. Beachten Sie beim Tauchvorgang in Kombination mit dem Tauchwinkel, die Folie weder zu strecken noch zu ziehen. Je schräger der Eintauchwinkel ist, umso mehr muss das Objekt zur Folie hin eingetaucht werden. Entfernen Sie, bevor Sie das beschichtete Objekt aus dem Wasser ziehen, überschüssige Filmreste und ziehen das Objekt so aus dem Wasser, dass auf der Wasseroberfläche schwimmende Filmreste mit dem Objekt nicht in Berührung kommen.


Lassen Sie nun das Teil einige Minuten liegen, bevor Sie es abspülen. Sie können es vor dem Abspülvorgang auch längere Zeit liegen lassen, das Polyvinylalkohol Trägermaterial darf aber nicht eintrocknen. Legen Sie alle beschichteten Teile nun in den Starpaint Waschautomaten und schalten diesen ein. Nach ca. 3 bis 5 Minuten sind die Teile vollständig vom Trägermaterial befreit. Falls Sie keinen Waschautomaten haben, gießen Sie vorsichtig warmes Wasser über jedes einzelne Objekt und wiederholen Sie dies so oft, bis sich vollständig das Trägermaterial gelöst hat. Das Übergießen muss bis zu über 200 mal pro Objekt je nach Größe und Bauform wiederholt werden. Reiben Sie das Trägermaterial nicht mit den Händen ab, um den Abspülvorgang zu beschleunigen. Während noch Trägermaterial am Design haftet, ist die Folie noch leicht verletzbar, es können sonst Teile der Folie entfernt werden oder kleine Löcher entstehen.


Wenn das Objekt vollständig abgespült ist, blasen Sie es mit einer Ausblasepistole trocken. Vermeiden Sie, je nach Materialbeschaffenheit des Werkstückes, zu schnell über zu lackieren, denn es besteht noch Restdifussion von Wasser im Objekt. Das Objekt muss vollständig durchgetrocknet sein, bevor es überlackiert wird. Bevor es überlackiert wird, empfehle ich eine sicherheitshalbe Reinigung mittels Silikonentferner.


Nun können die Werkstücke überlackiert werden, entweder mit Starpaint Candylasuren und anschließend mit Klarlack oder direkt mit Klarlack. Die Starpaint Candylasuren können auch als Basislacke benutzt werden und vor der Wassertransferdruck Beschichtung vorlackiert werden.


Versiegeln Sie nun mit Starpaint SC 420 Premium-, Starpaint Brilliant-, Starpaint Eco Speed- oder Starpaint Non Gloss Klarlack mit 2 geschlossen gespritzten Spritzgängen und jeweils einer Zwischenablüftzeit von 6 bis 10 Minuten.


Wenn Sie einen mehrschichtigen Effektlack oder Candylack verarbeiten, empfehlen wir sehr lange Ablüftzeiten oder eine Einbrennphase vor dem Auftrag des Klarlackes von 30 Minuten bei 60°C. Der Klarlack muß auf jeden Fall spätestens 8 Stunden nach Auftrag des Basislackes lackiert werden, um Haftungsstörungen zu verhindern.


Trocknungszeit des Klarlackes bei Lufttrocknung 24 Stunden bei 20°C. / bei 60°C. Objekttemperatur ca. 30 min. Nach der Abkühlphase ist der Klarlack montagefest. Der Eco Speed Klarlack sollte niemals eingebrannt werden. Dieser ist bereits nach 45 Minuten montagefest. Noch ein Hinweis: Bis ein Lack durchgehärtet ist, vergehen manchmal mehrere Wochen, auch wenn man ihn bei 60 Grad einbrennt. Belasten Sie die Lackierung mechanisch (z.B. Wäschen durch Waschanlagen etc.) erst nach frühestens einer Woche.